CED Activities Info 2015/03 DE


Ausgabe 3 - Juni/Juli 2015

 

Brüsseler Büro des CED

Debatte im Europäischen Parlament über die Mobilität von Angehörigen der Gesundheitsberufe in der EU

Am 5. Mai nahm die politische Referentin des CED, Sara Roda, an einer politischen Debatte im Europäischen Parlament teil, die von der Europaabgeordneten Nessa Childer (S&D, Irland) gemeinsam mit dem Bündnis "Health Workers for All" (HW4All), dem Europäischen Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD) und der Europäischen Allianz für die öffentliche Gesundheit (EPHA) veranstaltet wurde. Die Teilnehmer diskutierten, wie die in dem 2010 verabschiedeten Internationalen Verhaltenskodex der WHO über eine grenzüberschreitende Anwerbung von Gesundheitsfachkräften


enthaltenen Grundsätze im europäischen Kontext umgesetzt werden, wo sich widersprüchliche Zielsetzungen abzeichnen: berufliche Mobilität wird im Binnenmarkt ausdrücklich begrüßt, stellt jedoch wachsende Herausforderungen an die Gesundheitssysteme von Mitgliedstaaten, die von gravierender Abwanderung hoch qualifizierter Arbeitskräfte ("Brain Drain") betroffen sind, wie etwa die südeuropäischen und die mittel- und osteuropäischen Länder.

Die Europaabgeordnete verwies auf das Dilemma zwischen dem Recht auf Mobilität im Binnenmarkt und der Notwendigkeit einer gerechten Verteilung der Arbeitskräfte im Gesundheitswesen.

Nach Angaben der Mitveranstalter hat die Debatte zudem gezeigt, dass Sparmaßnahmen das Gleichgewicht zwischen Investitionen in das Gesundheitspersonal und Mobilität verändern: es entstehen neue Einkommensunterschiede zwischen den verschiedenen Ländern, die den Mangel und die geographische Fehlverteilung von Gesundheitsfachkräften in der EU weiter verschärfen. Das heißt, dass die Mitgliedstaaten ihre Personalplanung im Gesundheitsbereich an der Deckung des eigenen Bedarfs durch inländische Fachkräfte orientieren sollten. Der Kohäsionspolitik der EU kann dabei die Aufgabe zufallen, betroffene Länder bei der Bindung ihrer Gesundheitsfachkräfte zu unterstützen, um wachsende gesundheitliche Ungleichheit zu verhindern und allgemeinen Zugang zu medizinischer Versorgung sicherzustellen.

Es ist an der Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger erkennen, dass Investitionen in die öffentlichen Gesundheitssysteme und in die Nachhaltigkeit der Arbeitskräfte im Gesundheitswesen zur wirtschaftlichen Erholung von Europa beitragen”, erklärte Linda Mans, Global Health Advocate der Wemos Foundation und HW4All-Koordinatorin. “Die EU sollte die Instrumente ihrer Kohäsionspolitik besser einsetzen, um die Bindung von Gesundheitsfachkräften in ihren Heimatländern zu unterstützen”, so Mans weiter.

In einem Europa, das von einer zunehmenden Arbeitskräftemobilität geprägt ist, wird der Schutz der Arbeitnehmerrechte immer wichtiger. “Faire und transparente Vertragsabschlüsse und Gleichberechtigung beim Zugang zu Aus- und Fortbildung und beruflicher Entwicklung müssen von den Arbeitgebern sichergestellt werden, die keine Mühen scheuen dürfen, um ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu garantieren", erklärte Mathias Maucher, Fachreferent „Gesundheit und Soziale Dienste" des EGÖD.

Alle EU-Mitgliedstaaten müssen darüber nachdenken, wie ihre Planungs- und Einstellungspraktiken sich auf die Entscheidungen des Einzelnen im In- und Ausland auswirken. Sowohl die Abwanderung als auch die Abhängigkeit von ausländischen Fachkräften im Gesundheitswesen zeigen, welche systemischen Herausforderungen anhand von Maßnahmen bewältigt werden müssen, um attraktivere Arbeitsumgebungen zu schaffen, damit sie in ihren Heimatländern bleiben.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Back

 
 

For more information contact:
CED Brussels Office
Tel: + 32 2 736 34 29
ced@cedentists.eu
http://www.cedentists.eu